Share

Umsätze von Indie-Games sind enorm von Deals abhängig

Viele Entwickler halten sich mit konkreten Verkaufszahlen oftmals äußerst bedeckt. Umso erfreulicher ist es, wenn sich mal ein Spieleentwickler in die Karten schauen lässt.

Das Sparpweed-Studio hat gemeinsam mit Codeglue den Indie-Platformer ibb & obb auf den Markt gebracht und geben auf ihrem Blog interessante Einblicke in ihre Steam-Verkaufszahlen.

Steam bietet zum Release die Möglichkeit an, das Spiel mit einem Vorverkaufsrabatt zu belegen, die meisten Entwickler entscheiden sich für 20%. Dafür entschloss sich auch ibb & obb beim Release Ende Mai 2014.

Die Launch-Verkaufszahlen von ibb & obb auf Steam

Die Launch-Verkaufszahlen von ibb & obb auf Steam

Während des Aktionszeitraumes setzten sie insgesamt 5.800 Kopien ab, was ihnen einen Umsatz von 72.600$ einbrachte. Danach flachten die Verkaufszahlen verständlicherweise auf durchschnittlich 77 Stck/Tag ab.

Summer Sale verdoppelte den Umsatz

Kurze Zeit später fanden die beliebten Summer Sales auf Steam statt. Auch hier haben Entwickler und Publisher die Möglichkeit den maximalen Rabatt selbst zu bestimmen. ibb & obb bekam wiederum einen Rabatt von 20% spendiert, einen höheren Nachlass hätten die Macher des Indie-Games unfair gegenüber den Käufern, die das Spiel zum Launch gekauft haben, gefunden.

In den 11 Tagen des Summer Sales konnten sie ihren täglichen Umsatz im Vergleich zu den Tagen davor ungefähr verdoppeln. Am Ende des Deals wurden 1.700 Einheiten abgesetzt, was einen Umsatz von 20.200$ bescherte.

Umsätze schossen dank Daily Deal durch die Decke

Den größten Umsatzschub verursachte jedoch der Daily Deal. Wenn Steam den Entwickler fragt, ob er Interesse hat, an einem Daily Deal teilzunehmen, sollte dieser nicht ablehnen, wie folgende Zahlen beweisen.

Die Daily Deal Aktion ist so ausgelegt, dass jede Zeitzone die Chance hat, von dem Deal zu erfahren, weshalb die Laufzeit eigentlich zwei Tage beträgt. Der Steam-User bekommt von der Aktion durch eine Bannerwerbung auf der rechten Seite des Shops mit. Das Banner wird allerdings nur am ersten Tag eingeblendet.

ibb & obb Steam Sales Daily DealsDie Entwickler entschlossen sich 50% Rabatt auf ibb & obb zu gewähren. Während der Bannereinblendung wurden sage und Schreibe 32.050$ eingenommen. Am zweiten Tag, ohne den prominenten Platz auf der Startseite kamen immerhin 10.090$ zusammen.

Insgesamt brachte der Daily Deal 43,140$ Umsatz bei 6.000 verkauften Einheiten.

Verkaufszahlen ohne Deals

In den darauffolgenden Monaten ohne Deals und andere besondere Vorkommnisse verkaufte sich das Indie-Game anfangs 31 Mal am Tag und pendelte sich im Laufe der Wochen auf 17 Einheiten am Tag ein.

So gingen in den vier Monaten ohne Promotion 2800 Exemplare bei einem Umsatz von 39.500$ über den Ladebildschirm.

Umsatz und Ertrag im Humble Bundle

Als ibb & obb die Möglichkeit erhielt im Humble Weekly Bundle „IndieCade 2“ teilzunehmen, nahmen sie diese Chance dankend war.

Das Prinzip des Humble Bundles ist, eine bestimmte Spieleauswahl zu einem selbst bestimmten Preis zu erhalten. Zahlt man mehr als einen gewissen Betrag, gibt es noch ein paar Spiele obendrauf. Außerdem können die Käufer entscheiden, an wen das Geld fließen soll. Zur Auswahl stehen die Entwickler selbst, Charity Organisationen oder Humble Bundle um die Verwaltungskosten zu decken.

Das Weekly Bundle erfreute sich mit 22.000 verkauften Einheit großer Beliebtheit. Erstaunlicher war jedoch, dass ein durchschnittlicher Preis von 7$ je Bundle erreicht wurde. So kamen also über 150.000$ zusammen.

Nach Abzug aller Gebühren und den Spenden generierte ibb & obb durch die Bundle-Aktion einen Umsatz von 12.945$. Interessant ist auch noch, dass von den 22.000 Keys die durch das Humble Bundle zustande kamen bis heute fast genau die Hälfte (11.000) auf Steam aktiviert wurden.

Holiday Sales und der Ansturm am letzten Tag

Ein weiteres Highlight für viele Schnäppchenjäger ist der Holiday Sale auf Steam. Kurz vor Weihnachten und über den Festtagen sind fast alle Spiele auf der Vertriebsplattform mit teilweisen enormen Rabatten erhältlich.

Hier ist es natürlich für ein einzelnes Spiel schwer, eine gesteigerte Aufmerksamkeit zu erreichen. Durch die höhere Kauflaune der Spieler liegen aber die Verkäufe in den Holiday Sales trotzdem deutlich über den Schnitt. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang, dass viele Käufer in der Hoffnung auf noch größere Rabatte tatsächlich bis zum letzten Tag des Sales warten und dann erst zuschlagen.

ibb & obb Holliday Sale Steam Statistik

ibb & obb war während der beiden Holiday Sales im November und Dezember nicht gefeatured und ihr Rabatt betrug wieder 50%. Während den 23. Tagen der beiden Sales setzten sie 4.000 Einheiten ab, was einen Umsatz von 26.500$ bedeutete.

Deal-Aktionen machen über die Hälfte des Umsatzes aus

So verlief das Jahr für die Indie-Entwickler doch äußerst erfolgreich. Insgesamt verkauften sie auf Steam 21.000 Mal ihren Puzzle-Platformer. Abzüglich der 30% die Valve als Gebühren verlangt, kamen dadurch 148.000$ zusammen. Dazu summierten sich noch die Verkäufe des Humble Bundles mit 12.000$, was einem Nettoumsatz von 160.000$ bedeutete.

Erstaunlich ist, wie viel Anteil des Umsatzes, die Deals ausmachen. Wäre ibb & obb nicht als Daily Deal deklariert worden, hätten sie 30.000$ Nettoumsatz weniger generiert, was immerhin 20% des Gesamtumsatzes darstellte.

Zusammengefasst kamen 68% des Gesamtumsatzes durch Rabattaktionen zusammen, was eine hohe Abhängigkeit für Indie-Entwickler von Deal-Aktionen bedeutet.

Interessant in diesem Zusammenhang ist noch, dass Deal-Aktionen allerdings wenig Einfluss auf die normalen Verkaufszahlen von ibb & obb hatten. Vor und nach jeder Aktion pendelte sich der Wert wieder in etwa auf die oben erwähnten Zahlen ein. Jetzt, im Februar, knapp neun Monate nach dem Release werden an normalen Tagen durchschnittlich 25 Einheiten verkauft.

Die holländischen Indie-Entwickler von Sparpweed hoffen, dass die Verkaufszahlen stabil bleiben. So könnten sie noch ein weiteres Jahr ohne Geldsorgen an ihren Projekten arbeiten.

Leave a Comment


*