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Sechs Fragen an Indie-Game-Entwickler: Tectonic Studios

In unserer Kurzinterviewreihe Sechs Fragen an Indie-Game-Entwickler blicken wir hinter die Kulissen der zahlreichen kleinen und mittelgroßen Studios oder der Einzelkämpfer.

Heute freuen wir uns darüber, dass sich das deutsche Studio Tectonic, das gerade Barrage angekündigt hat, unseren Fragen gestellt hat.

Bitte erzähle uns ein bisschen mehr über euch und eure Motivation: Warum habt ihr euch dazu entschlossen, ein Indie-Entwicklerteam zu werden?

Zu allererst sind wir natürlich alle seit einer gefühlten Ewigkeit passionierte Spieler. Im Grunde ist jeder von uns in diese Szene reingeschlittert, indem er damals angefangen hat an Modding-Projekten mitzuwirken.

Die Modding-Szene war damals sicherlich der perfekte Einstieg in das Thema Spiele-Entwicklung. Man lernte die Rollen in einem Team kennen, wie man richtig zusammen arbeitet und auch das großartige Gefühl, wenn man nach monate- bis jahrelanger Arbeit das Spiel an die Leute verteilt und die Reaktionen sieht. Einige Zeit später und nach vielen endlosen Diskussionen über aktuelle Spiele und deren Entwicklung haben wir uns dann entschlossen, dass wir es einfach auch nochmal selber versuchen wollen.

An welchem Projekt arbeitet ihr derzeit und was habt ihr für euer nächstes Projekt geplant?

Wie Ihr schon berichtet habt, arbeiten wir an „Barrage„. Da es einige Elemente aus mehreren Genres enthält haben wir uns den Begriff Artillery-RTS ausgedacht.
Das Gameplay ist so, dass man zum einen den in RTS-Spielen typischen Basisbau hat um dann anschließend mit den Geschütztürmen versucht die gegnerischen Planeten zu treffen. Im Gegensatz zu den meisten Artillerie Spielen setzen wir aber auf eher schnelles Gameplay, dadurch dass die Aktionen nicht durch runden-weises agieren unterbrochen wird. Außerdem fühlt sich der Schuss-Modus durch die typische „First-Person“ Perspektive mit Fadenkreuz und Waffenhotkeys auch eher wie ein Shooter an.
Wir haben mit Barrage noch eine Menge zu tun und ebenso viele interessante Ideen, die man eventuell noch im Spiel verwirklichen könnte. Daher gibt es aktuell keine Pläne für weitere Projekte.

Barrage Beschuss

Wie finanziert ihr eure Projekte (Crowdfunding, Early Access, Ersparnisse?)

Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist Barrage zu 100% aus persönlichen rsparnissen finanziert. Vor ungefähr einem Jahr hatten wir mal in Erwägung gezogen eine Kickstarter Kampagne zu starten, aber dies wurde relativ schnell wieder verworfen, da zumindest aus unserer Sicht in letzter Zeit Kickstarter Kampagnen extrem kritisch beäugt werden. Zum Thema Early Access: Wenn unsere Steam Greenlight Kampagne positiv endet, sieht der Plan schon vor Steam Early Access zu nutzen. Da wir selbst auch Konsumenten sind, sind wir sind uns da durchaus bewusst, dass dies ein zweischneidiges Schwert mit vielen Vor- und Nachteilen sein kann und leider auch wie im Fall Kickstarter schon zu vielen unerfreulichen Situationen geführt hat. Im Endeffekt muss man aber sagen, dass wir die Möglichkeit mit den Spielern zu interagieren und deren Feedback direkt in das Spiel einfließen zu lassen als eine der größten Chancen und Vorteile der Indie-Entwickler im Vergleich zu AAA-Produktionen sehen.

Was ist der Vorteil, ein Indie-Studio zu sein bzw. was ist toll daran?

Die offensichtlichen Vorteile sind die komplette kreative Kontrolle über das Produkt, keine unhaltbaren Deadlines und den damit einhergehenden Druck. Generell ist es auch unglaublich motivierend mit den Leuten zu reden die sich für unsere Arbeit interessieren. Um noch etwas an die vorherige Frage anzuknüpfen: Wir haben das ganze Indie-Entwickler Abenteuer bisher als Hobby angesehen. Neben dem Studium und Beruf ein Spiel zu entwickeln hat natürlich den Nachteil, dass man nicht einfach mal 40 Stunden/Woche am Spiel arbeiten kann. Anderseits sind wir entsprechend finanziell komplett unabhängig.

Barrage Planet

Wenn ein großer Publisher mit viel Geld an Deiner Tür anklopfen würde,würdest Du/Ihr das Angebot annehmen?

Das hängt hauptsächlich von dem Angebot bzw. den Forderungen ab. Wie in der vorherigen Antwort schon erwähnt schätzen wir das alleinige Entscheidungsrecht zu haben natürlich sehr, allerdings kann man sich realistischerweise nicht davon freisprechen, dass man bei entsprechenden Summen dann doch ins grübeln kommen würde. Um ganz ehrlich zu sein, denke ich aber, dass es in unserem Fall ziemlich illusorisch wäre sich zu viele Gedanken darüber zu machen.

Möchtest Du vielleicht unseren Lesern noch etwas mitteilen?

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns auf Steam Greenlight unterstützen würdet. Um auf dem Laufenden zu bleiben, könnt ihr auch auf unserer Seite unseren Sozial-Media-Kanälen folgen.

Vielen Dank Norman, dass Du dich stellvertretend für alle im Team für das Interview Zeit genommen hast! 

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