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Die Schattenseite der Indie-Bundles

Indie-Bundles sind eine geile Sache. Wir Spieler erhalten interessante Games, die wir oftmals gar nicht auf dem Schirm gehabt haben und das auch noch zu einem Spottpreis. Meistens erhält man die Spiele des Bundles auch noch als Steam-Key ausgeliefert und man kann sich so sehr günstig die eigene Spielesammlung erweitern.

Doch nun meldet sich ein Indie-Game-Entwickler im Blogbereich von Gamasutra zu Wort und rät andere Entwickler dazu, sich genau zu überlegen, ob sie ihr Spiel in Bundles anbieten möchten, wenn die großen Namen der Branche anklopfen.

Genau das ist Josh Fairhurst passiert. Eines Tages klopfte der zweitgrößte Bundle-Anbieter Indie Gala bei ihm an und wollte sein Indie-Game Saturday Morning RPG anbieten. Aufgrund der enormen Ehre und den Dollarzeichen in den Augen nahm er das Angebot an und bereut es mittlerweile. Nachdem sein Spiel im Bundle angeboten wurde, sind die Verkaufszahlen quasi auf Null eingebrochen. Lediglich bei Steam-Sale-Aktionen machte der Graph einen kleinen Ausbruch nach oben.

Verkaufskurve Staruday Morning RPG

Warum sind Indie-Game-Bundles für Entwickler schädlich?

Doch warum sind die Auswirkungen so eklatant, fragte sich Fairhurst. Die Antwort ist seiner Meinung nach recht einfach: Nicht nur, dass bei Indie Gala die Keypreise sowieso schon recht günstig sind, es gibt auch noch eine Happy Hour, sodass sich Leute teilweise vier Keys zu einem Preis sichern können.

So kaufen sich Keyhändler tausende von Lizenzen zu einem sehr günstigen Preis und verscherbeln sie später trotzdem mit einer ordentlichen Gewinnspanne als Reseller weiter. Dabei liegen sie trotzdem um einiges niedriger als der Verkaufspreis auf Steam. Auf Ebay erhält man beispielsweise den Key von Saturday Morning RPG für nur 1,70$, während es mittlerweile auf Steam schon wieder 6,99$ kostet. Für jedes Verkaufte Bundle haben sie übrigens 9cent erhalten.

Sind alle Bundles böse?

Weshalb Fairhurst nun alle Indie-Entwickler rät, sich genau zu überlegen, unter welchen Konditionen sie ihr Spiel für Bundles zur Verfügung stellen. Der Branchenprimus Humble-Bundle zum Beispiel hat seit geraumer Zeit sein Verkaufsmodell so umgebaut, dass es Keyhändler äußerst schwer haben, diese Praxis dort durch zu ziehen.

Ein positives Beispiel dafür, dass Bundles zusätzliches Geld für Entwickler einbringen und die Verkaufszahlen gar nicht oder nur geringfügig beeinträchtigen ist das Spiel Monaco: What’s Yours Is Mine. Diese konnten durch die Teilnahme am Humble-Bundle rund 215.000$ einnehmen, ohne dass die Verkäufe auf Steam einbrachen.

1 Comment on this Post

  1. Monaco hätte ich auch größeren Erfolg gewünscht. Das Spiel ist wundervoll schräg gehalten mit tollen „Klassen“ die sich ergänzen. Aber schön das es dann durchs HumbleBundle vielleicht noch paar mehr Käufer fand.

    Indiegala usw. sind auch so eine Sache. Klar verdienen sie dort wohl nicht soviel. Tatsache dürfte aber auch sein das viele Spiele bei Indiegala meist im Mittelmaß-Bereich zu finden sind während HumbleBundle eher etwas hochwertigere Indiespiele anbietet. Klar gibt es auch da Ausnahmen und auch das mit den Resellern finde ich sehr schade…der Indiebereich ist aber mittlerweile so ziemlich überlaufen das ich beim besten Willen einfach nicht mehr jeden Indieentwickler unterstützen könnte. Denke da sollten sich einige einfach keine Illusionen mehr hergeben.

    Es ist halt ein Unterschied ob ich ein Legend of Grimrock das massig bietet für 15€ unterstütze oder gefühlt tausend Indiespiele die eher „meh“ aussehen und je Spiel gerne 5-7€ hätten. Ohne Indiebundle würde ich sie 100% gar nicht in Betracht ziehen.

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